Wie sagt man jemandem, dass er müffelt?

slechte geur

Jeder kennt bestimmt eine Person, die nicht besonders gut riecht. Vielleicht sogar jemanden, der regelrecht stinkt. Sehr unangenehm natürlich. Wie sagt man aber so jemandem, dass er oder sie mieft? Und warum ist es auch wichtig, dies zu tun?

Egal, ob penetranter Schweißgeruch oder Knoblauchatem, manche Menschen haben ein echtes Geruchsproblem. Hiermit meinen wir aber nicht eine sporadische Überdosis Schweiß nach einigen Kilometern Joggen, sondern einen anhaltenden üblen Geruch. Das ist ziemlich ärgerlich, sowohl für dich als auch für die betreffende Person, die den Mief verbreitet. Denn wer weiß, vielleicht ist sich der Betreffende dessen überhaupt nicht bewusst. Er merkt dagegen durchaus, dass alle direkt auf Distanz gehen, wenn er oder sie zu nahe kommt.

Der Elefant im Zimmer

Wahrscheinlich werden die meisten Leute, die im Dunstkreis des Betreffenden stehen, darunter leiden, aber niemand traut sich etwas zu sagen. Das ist schade, denn so ein Elefant im Zimmer kann die Beziehung zu der betreffenden Person aufs Spiel setzen. Man denke nur an eine entsprechende Situation bei der Arbeit, bei der die Kollegen lieber nicht mehr mit jemandem direkt zusammenarbeiten wollen, der übermäßigen Schweißgeruch verbreitet oder einem üblen Mundgeruch entgegenbläst.

So ein Problem zur Sprache zu bringen, ist sicherlich etwas peinlich, noch schlimmer ist es aber, wenn hierdurch jemand ausgeschlossen wird. Entsprechende Personen sind sich oft keiner Schuld bewusst, weil man seinen eigenen Körpergeruch gar nicht wahrnimmt. Wenn sie aber wissen, dass sie stinken, verstehen sie endlich, warum die anderen ihnen aus dem Weg gehen und sie meiden. Wenn jemand ungut riecht, geben wir dies der Person mit subtilen Signalen zu verstehen. Wir vergrößern ein wenig den Abstand zu ihm, halten uns die Hand öfters vor die Nase und verziehen ab und zu das Gesicht, wenn wir doch zu nahe kommen.

Annäherung und Verständnis

Noch schlimmer ist es, wenn jemand zum Ziel von Gespött, Klatsch und Tratsch wird; wenn sich alle hinter dem Rücken des Betreffenden das Maul zerreißen aber niemand den Mut besitzt, mit ihm oder ihr darüber zu sprechen. Menschen fühlen dies, und wie würde man es wohl selbst finden, hierdurch ausgeschlossen zu werden?

Darum sollte man ehrlich sein, wenn jemand in der eigenen Umgebung schlecht riecht und man selber und auch andere darunter leiden. Du selbst würdest es doch auch gerne wissen wollen, wenn es dich beträfe, oder nicht? Darum ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die betreffende Person es sogar sehr schätzen wird, wenn du diesbezüglich ehrlich bist. Weil er sich dessen zum Beispiel gar nicht bewusst war und jetzt etwas dagegen unternehmen kann. Oder vielleicht liegt dem Ganzen auch ein medizinisches Problem zugrunde, über das er lieber nicht spricht. Ein solches Gespräch kann dann der Beginn einer Annäherung und für mehr Verständnis sein.

So geht man das Gespräch an

Es bleibt natürlich eine delikate Angelegenheit. Man kann aber jemand wirklich dadurch helfen und ihn vor weiterer Scham und Isolation schützen. Stellt sich nur die Frage, wie spricht man das Thema am besten an, ohne den Betreffenden zu beleidigen oder zu kränken?

Wie gesagt, wissen die Betreffenden oft gar nicht, dass sie stinken und dann kann so eine Mitteilung zum echten Schlag ins Gesicht werden. Darum sollte man versuchen zu vermeiden, dass der Angesprochene ein angeknackstes Selbstvertrauen davonträgt, wenn man ihn auf seinen Geruch anspricht. Taktvoll zu Werke zu gehen ist darum gefragt. Hier haben wir einige Tipps für dich zusammengestellt!

1: Versetze dich in seine/ihre Position

Fällt es dir schwer, jemanden mit seinem Geruch zu konfrontieren? Dann versuche dich in seine Position zu versetzen und dir vorzustellen, wie es für dich wäre, wenn dir jemand mitteilen würde, dass du stinkst. Denke auch gleich darüber nach, wie du in diesem Fall am liebsten darüber sprechen würdest. Behandle den anderen so, wie du gerne behandelt werden würdest, dann hast du schon viel gewonnen.

2: Wähle einen ruhigen Moment

Das ist sicherlich kein Thema, das man irgendwo in der Öffentlichkeit ansprechen sollte. Darum sollte man den Betreffenden zu einem ruhigen Zeitpunkt ansprechen, an ungestörter Stelle. Trinkt eine Tasse, sorge für eine entspannte Atmosphäre und lasse dir Zeit. Du könntest damit starten, dass es dir nicht leicht fällt, dies anzusprechen und du den Betreffenden ganz sicher nicht zu nahe treten willst, dass du es aber doch gerne mitteilen wolltest. Sei dabei nicht kritisch oder abweisend, sondern lieber verständnisvoll und offen. Zeige ihm, dass du auf seiner/ihrer Seite bist und dass man sich hierfür absolut nicht schämen muss.

3: Sei direkt und ehrlich

Menschen fürchten sich davor, andere zu kränken und reden deshalb lieber um den heißen Brei herum. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass die Botschaft nicht ankommt und nur noch mehr Verunsicherung entsteht. Man sollte deshalb nicht zu vage sein und lieber offen reden. Wenn man nur ganz allgemein über Hygiene spricht, wird das oft nicht zum Ziel führen. Der Betreffende könnte daraus schließen, dass er vielleicht einen schlechten Atem hat, obwohl es eigentlich sein Körpergeruch ist oder seine Schweißfüße.

Hier einige Beispielsätze:

  • Ich sage es nicht gerne, aber du riechst ziemlich aus dem Mund. Weißt du das?
  • Ich weiß nicht, ob du dir dessen bewusst bist, aber ich stelle immer wieder fest, dass du ganz schön nach Körpergeruch müffelst. Wie kommt das?
  • Erschrecke jetzt nicht, aber deine Kleider riechen öfters ziemlich muffig und ungewaschen. Bist du dir dessen bewusst?
  • Es fällt mit nicht leicht, das zu sagen, aber ich würde es selbst auch gerne wissen wollen, wenn ich nicht so besonders gut riechen würde… Ich merke, dass das bei dir öfters der Fall ist.

Teile niemals mit, dass auch andere darüber sprechen würden, denn das könnte die Person ziemlich belasten. Halte es lieber klein und persönlich. Schließlich willst du nicht, dass der Betreffende befürchtet, dass nun die ganze Firma oder der ganze Freundeskreis über ihn herzieht.

4: Stelle Lösungen vor

Gib dem anderen die Möglichkeit, auf deine Mitteilung zu reagieren. Sei auch auf eine heftige, verteidigende Reaktion gefasst. Menschen können auf eine entsprechende Mitteilung wie von der Wespe gestochen reagieren, die ‘Anschuldigung’ bestreiten, dass es kein Problem gäbe, oder dir selbst die Schuld zuweisen. Lasse dich dann nicht zu einem Hin und Her aus Vorwürfen verleiten, sondern bleibe ganz ruhig und teile dem anderen mit, dass für dich das Thema beendet ist. Du hast dein Bestes getan, und vielleicht kommt der andere doch noch zur Einsicht, wenn er deine Mitteilung ein bisschen verdaut hat… vielleicht auch nicht.

In den meisten Fällen wird so ein Gespräch aber gut verlaufen und wird der Betreffende froh sein, dass du dich getraut hast, es ihm oder ihr zu sagen. Liegt dem Ganzen keine medizinische Ursache zugrunde und war sich der Betreffende des Problems einfach nicht bewusst, dann kannst du direkt mit einigen Lösungsvorschlägen kommen wie zum Beispiel öfteres Wechseln der Kleidung, ein anderes Deodorant oder bessere Mundhygiene. Die mit Abstand häufigste Ursache von unangenehmen Gerüchen ist der übermäßige Genuss von Knoblauch, Tabak, Alkohol, zu vielen Kohlenhydraten oder Eiweiß. Aber auch zu wenig trinken oder nicht frühstücken kann zu Mundgeruch führen. Mangelnde Körperhygiene ist oft ein Problem älterer Menschen, für die jedes Mal duschen eine echte Anstrengung bedeutet. Je nach Situation, kann man also entsprechende Lösungsmöglichkeiten äußern.

Man sollte alles auch immer relativieren. Wenn jemand nicht ganz so frisch riecht, bedeutet das nicht das Ende der Welt. Man kann aber versuchen, es zu ändern. Das sollte die Botschaft sein, die du dem anderen mitteilst, auf taktvolle und positive Art und Weise.

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