Das sagt deine Vulva über deine Gesundheit und Hygiene

vaginal health

Stark riechende Abscheidungen, eine ungewöhnliche Färbung oder geschwollene Schamlippen, Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen oder Blutverlust, obwohl es nicht deine Tage sind. Dein Körper kann dir auf ganz unterschiedliche Weise mitteilen, dass etwas in oder mit deiner Vulva nicht in Ordnung ist. Da wir gut verstehen können, dass du nicht wegen jeder Kleinigkeit direkt zum Hausarzt laufen willst – vielleicht auch, weil es unangenehm sein kann -, wollen wir in diesem Artikel die vaginale Gesundheit von Frauen unter die Lupe nehmen. Was sagt zum Beispiel der Geruch deiner Abscheidungen über deine vaginale Gesundheit aus? 

Zum Hausarzt mit vaginalen Beschwerden

Vielen Frauen fällt es schwer, sich mit ihren vaginalen Beschwerden an den Hausarzt zu wenden. Man schämt sich eben, wenn man an Juckreiz oder stark riechenden Abscheidungen leidet. Man sollte aber nicht vergessen, dass der Hausarzt auch genau für diese Art von Problemen ausgebildet wurde. Er oder sie wird dich für deine Beschwerden ganz sicher nicht verurteilen oder dir ein Schamgefühl vermitteln. Darum solltest du deine Beschwerden nicht ignorieren, sondern sie ernst nehmen. Um besser einschätzen zu können, ob deine Probleme wirklich ernst sind oder doch eher nicht, kannst du die folgende Liste nutzen. Wir sind aber keine Hausärzte, darum empfiehlt es sich, bei Beschwerden auf jeden Fall Kontakt mit dem Arzt aufzunehmen. Greife zum Hörer.

Eine gesunde Vulva: Weiße Abscheidungen

Eine gesunde Vulva ist bei jeder Frau unterschiedlich. So gut wie jede hat immer etwas dicke, weiße Abscheidungen. Normalerweise ist sie relativ geruchsneutral, kann aber auch etwas säuerlich riechen. Die Ursache hierfür ist, dass deine Vagina einen hohen Säuregrad besitzt. Je mehr man in seinem Zyklus voranschreitet, können die Abscheidungen etwas zunehmen. Dies kommt durch die Zunahme des Östrogens im Körper. “Wenn sich deine Abscheidungen verändern, sollte man mit seinem Hausarzt Kontakt aufnehmen”, sagt die Gynäkologin Narenda Pisal. “Viele gutartige Leiden, die häufig auftreten wie z.B. ein zervikaler Polyp oder Ectopion verursachen übermäßige Abscheidungen.”

Meine Abscheidung ist wässrig

“Auch wässrige Abscheidungen sind normal”, sagt die Gynäkologin Claire Bailey. “Wenn deine Abscheidung wässrig und klar ist, ist alles in Ordnung. Dies erhält die Vulva sauber und spült tote Zellen und schädliche Bakterien aus, die Infektionen verursachen können. Deine Abscheidungen sind zudem ein natürliches Gleitmittel, das deine Vulva und Vagina auf den Sex vorbereitet. Wenn du in die Menopause kommst, können die Abscheidungen ebenfalls wässriger werden. Denn dann sinkt das Östrogenniveau in deinem Körper ab. Dies kann zu vaginaler Atrophie führen (einer dünneren Haut der Vulva), was seinerseits zu wässrigeren Abscheidungen führt.”

Grüne Abscheidungen: Was bedeutet das?

Sind die Abscheidungen deiner Vulva grün? Dann solltest du am besten Kontakt zum Hausarzt aufnehmen. “Grüne Abscheidungen können ein Anzeichen für eine Infektion sein wie z.B. Chlamydien oder Gonorrhoe”, sagt Bailey. “Solche Infektionen können mit einer Antibiotikakur behandelt werden.”

Meine Abscheidungen riechen anders oder stärker als sonst

Vaginale Abscheidungen sind also meistens geruchslos, sie können aber auch einen subtilen Geruch besitzen. Das ist völlig normal und in Ordnung. Stellst du fest, dass deine Abscheidungen anders riechen als sonst? Dann solltest du deinen Hausarzt anrufen. Eine bakteriellen Vaginose kann dazu führen, dass deine Abscheidung anders oder stärker riecht oder sogar regelrecht übelriechend ist. Das bedeutet, dass das natürliche Gleichgewicht zwischen Schimmeln und Bakterien in deiner Vulva gestört ist. Zum Glück können solche Beschwerden ganz von selbst vorübergehen, denn die Vulva kann das Problem meist selbst lösen. Man kann aber auch zum Hausarzt gehen und sich eine Antibiotikakur verschreiben lassen, sollte es einmal sehr lange anhalten oder einem viel Unannehmlichkeiten bereiten. Bakterielle Vaginose kann zum Beispiel durch vaginale Spülungen oder Slipeinlagen auftreten, aber auch durch Sex.

Meine Schamlippen sind geschwollen

Obwohl jede Vulva anders ist, kann man selbst sehr wohl einen Unterschied erkennen, wenn die eigenen Schamlippen geschwollen sind. “Eigentlich sind so gut wie nie nur die Labia geschwollen”, sagt die Gynäkologin Bailey. “Die betreffende Person leiden dann meistens auch an Rötungen, Juckreiz, kleinen Wunden und hat Schmerzen. Die Ursache kann eine Entzündung oder Infektion sein. Man sollte zuerst selbst versuchen, die Entzündung oder Infektion zu vermindern, indem man z.B. keine Slipeinlagen, Seife oder vaginalen Duschen verwendet. Auch eng anliegende Kleidung wie Strumpfhosen, Leggins und Jeans sind dann ein No-Go. Man kann versuchen, die Infektion mit Produkten aus der Drogerie zu behandeln. Sollte das nicht helfen, ist wieder ein Besuch beim Hausarzt die beste Lösung.”

Vaginale Pilzinfektion

Vaginaler Pilzbefall bzw. eine vaginale Schimmelinfektion (Candida) kommt häufig vor und ist zum Glück ungefährlich. Sie kann aber sehr unangenehm sein, denn sie kann zu starkem Juckreiz und Schmerzen um die Vulva führen. Zudem kann man unter Schmerzen oder einem Stechen beim Urinieren und bei Sex leiden. Eine vaginale Schimmelinfektion entsteht durch bestimmte Hefepilze oder Schimmelarten und kann sich auch wiederholen. Eine Schimmelinfektion ist keine Geschlechtskrankheit, sie kann aber durch Sex verursacht werden. Darum sollten auch beide Partner gegen die Schimmelinfektion behandelt werden. Hierfür gibt es Tabletten oder auch Cremes, die man in der Vulva und auf dem Penis aufträgt.

Ich blute nach dem Sex

Es ist nichts Ungewöhnliches, dass Frauen nach dem Sex bluten oder auch zwischen ihren Menstruationstagen. Dr. Christine Ekechi sagt dazu: “Dies kann auf Veränderungen des Gebärmutterhalses hindeuten. Meistens verschwinden solche Blutungen von selbst wieder. In sehr seltenen Fällen können sie aber auch die Folge von Gebärmutterhalskrebs sein. Dein Hausarzt kann dies ausschließen, indem er oder sie einen Abstrich deines Gebärmutterhalses vornimmt. Das ist eine vaginale Untersuchung.”

Blasenentzündung: ein brennendes Gefühl beim Urinieren

Wenn du beim Urinieren Schmerzen oder ein brennendes Gefühl bemerkst, könntest du eine Blasenentzündung haben. Weitere Symptome sind, dass du immer nur ein wenig urinieren kannst, dass der Urin trüb ist und riecht und dass du dich ganz allgemein unwohl fühlst. Eine Blasenentzündung entsteht dann, wenn Bakterien des Darms in die Blase gelangen. Das kann beim Einführen eines Tampons oder Diaphragmas passieren, durch Sex oder indem man sich auf dem WC von hinten nach vorne abwischt. Frauen sind für Blasenentzündungen anfälliger, weil ihre Harnröhre kürzer und viel näher am Anus ist. So müssen die Bakterien nicht sehr weit reisen. Auch während der Menopause oder einer Schwangerschaft steigt die Gefahr einer Blasenentzündung.

”Frauen sind für Blasenentzündungen anfälliger, weil ihre Harnröhre kürzer und näher am Anus ist.”

Eine milde Blasenentzündung kann man versuchen selbst zu behandeln, indem man viel Wasser trinkt und gut die Blase leert. Wenn man an einer heftigen Blasenentzündung leidet und dies nicht funktioniert, sollte man morgens etwas Urin auffangen und ihn vom Hausarzt untersuchen lassen. Wenn eine Blasenentzündung festgestellt wird, kann man eine Antibiotikakur verschrieben bekommen. Aber auch dann sollte man die weiter oben genannten Maßnahmen berücksichtigen.

Schmerzender Bauch und Unterrücken außerhalb der Menstruationszeit

“Wenn du Bauchschmerzen, Schmerzen im Unterrücken und/oder während des Sex hast oder Veränderungen deiner Abscheidungen feststellst, könnte es sein, dass du eine Eileiterentzündung hast”, sagt Dr. Ekechi. “Die Symptome können unterschiedlich sein: Man kann z.B. auch Schmerzen beim Urinieren feststellen oder während des Sex. Eine Eileiterentzündung sollte schnell behandelt werden, denn Komplikationen können dazu führen, dass die Eileiter verstopfen und geschädigt werden. Dies vergrößert die Gefahr einer Eileiterschwangerschaft. Darum solltest du direkt den Hausarzt kontaktieren, wenn du dir Sorgen über die hier oben genannten Symptome machst.”

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