Kolumne: A sexual journey

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Draußen ist es grau und regnerisch. Dort draußen in der Natur verändert sich alles, genau wie in ihrem Körper und ihrem Kopf. Sie befindet sich mitten in einer Veränderung: Ihre gesamte Sexualität ist in Bewegung. Bis zu diesem Sommer fühlte es sich an, als würde es niemals enden. Sie steckte fest. Einerseits genoss sie den Komfort des Bekannten, verlangte aber gleichzeitig auch nach etwas anderem. Und jetzt scheint all dies auf einmal mit den Jahreszeiten zusammenzukommen: So plötzlich wie die eine Jahreszeit in die andere übergeht, so unvermeidlich verändert sie sich nun auch selbst. Sie hat das Gefühl, es nicht unter Kontrolle zu haben, war sich aber nicht bewusst, dass sie eigentlich schon seit Monaten mit den Vorbereitungen dieser Transformation beschäftigt ist. Sie strahlte, etwas unsicher, aber voller Stolz. Endlich bekam sie ein wenig das Feeling für ihre eigene Sexualität; für dieses neue Stück Sexualität. Sie war natürlich schon immer sexuell aktiv gewesen, aber immer nur innerhalb einer bequemen Vorhersagbarkeit, die sie mit ihrer Freundin gemeinsam aufgebaut hatte. Sie sind unheimlich liebevoll zueinander und regelrecht verrückt nach einander. Der Sex war aber nicht ganz so stark wie die anderen Aspekte und das Vergnügen in ihrem Leben. Zumindest bis jetzt. Zuerst schien es so, als würde sich nicht viel daran ändern, egal, wie sehr sie sich auch bemühte, ihre eigene Sexualität zu ergründen, doch jetzt scheint es ganz von selbst zu geschehen und sich ihrer Kontrolle zu entziehen. Seit einem Jahr sucht sie nach neuen Quellen, um mehr über ihre Sexualität zu lernen, darüber zu lesen, zuzuhören und andere Gespräche darüber zu führen. Sie hatte sich ins Abenteuer gestürzt, manchmal allein, manchmal zusammen mit ihrer Freundin. Und bis vor einigen Wochen schien es ihr so, als würde sie einfach nicht weiterkommen; als würde sie einfach auf eine Art Wechsel der Jahreszeit warten: Man weiß, dass er kommt, nur nicht wann genau. Steht er schon vor der Tür oder kommt doch noch ein langer, herrlicher Spätsommer?

Jetzt, in der angenehmen Umgebung des Praxisraums, fühlte sich alles anders an: Es war soweit. Sie fühlte sich anders. Sie fühlte, dass sie Anspruch auf ihre eigene Sexualität erheben konnte. Sie empfand Neugier auf alles, was es noch zu entdecken gab.

Was bei den beiden so wichtig war: Es gab keine Eile. Ja, sie wollten dem Sex in ihrer Beziehung sehr gerne eine neue Färbung verleihen, wollten es aber ganz ruhig angehen lassen. Ihnen war bewusst, dass dies Zeit benötigen würde, dass sie Geduld haben mussten, aber auch, dass sie es priorisieren mussten. Die Frage um Hilfe kam von einer der beiden Partnerinnen, es würde sie aber beide beeinflussen. Die eine Freundin stieß also die Suche an, wissend, dass diese auch das Leben der eigenen Partnerin verändern würde. Und sie begaben sich gemeinsam auf ihre abenteuerliche Reise; in aller Ruhe, denn auch das Entdecken der eigenen Sexualität lässt sich nicht durch die Zeit unter Druck setzen, genauso wenig wie der Wechsel der Jahreszeiten. Es wird geschehen, wenn die Zeit dafür reif ist.

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